Aus einem Interview im heutigen heutigen Börsenblatt: “Um den Personalaufwand und die Logistik weiter betreiben zu können, möchte die Messebuchhandlung der Leipziger Buchmesse von den Verlagen eine Gebühr. Kleinere Verlage sollen eine Pauschale von 15 Euro zahlen, größere fünf Euro pro Quadratmeter Standfläche.”
Und die Begründung: “….diese Kosten steigen stetig: Nicht nur Strom- und Telefongebühren, auch Verpackungsmaterialien sind aufgrund gestiegener Papierpreise teurer geworden. Dazu bekommen die Verlage jedes Buch bezahlt, das bei uns gestohlen wird.”
Tja, ist den diese Messebuchhandlung etwas besonderes? Alle Buchhandlungen dürften wohl mehr oder weniger diese Probleme haben! Und hinsichtlich des Personals – wieviel der 150 Beschäftigten sind den eigentlich richtig bezahlte Buchhändler und wieviel nur Aushilfsjobs! Wenn das Schule macht, dann verlangen wir ab sofort auch von jedem Verlag 15,00 € pro Woche “Servicegebühr” – da kommt im Jahr schon ein schönes Sümmchen zusammen. Alleine bei 30 Verlagen wären das schon 23.400 € Rohgewinn ohne zusätzlichen Aufwand (naja die Rechnung müsste geschrieben werden). Und Ladendiebstähle werden ab sofort den Verlagen belastet!
Vielleicht sollten wir aber mal lieber über 48% Rabatt nachdenken (bei 40 % von Fachbuchverlagen würden wir schon Luftsprünge machen!).
Und hat man auch bedacht, dass in der Messebuchhandlung und bei Signierstunden einfach nur Umsatz gemacht wird – der Kunde kommt, wählt aus oder greift zu und bezahlt! Und was macht der Buchhändler noch zusätzlich – er berät, recherchiert, bestellt und ….
Und dann ensteht noch eine Frage zu einem betriebswirtschaftlichem Aspekt – was soll den eigentlich von den 15,00 € von den kleinen Verlagen als Rohgewinn übrig bleiben. Von diesen 15 € sind von der Messebuchhandlung zu bezahlen:
- Rechnungserstellung (inkl. Papier, Softwarenutzung, Personalkosten)
- Rechnungsversand
- Überwachung und Buchung Zahlungseingang
Irgenwann vor ca. 15 Jahren habe ich in einer Weiterbildung mal gelernt, dass eine Rechnungslegung (also von der Erstellung bis zum Buchen des Zahlungeinganges) ca 18,00 DM kostet (das hat sich mir irgendwie stark eingeprägt). Also bleibt heute von den 15 € fast nichts oder wirklich nichts übrig!
Interessant auch der Solidargedanke: “Größere Verlage, die fünf Euro pro Quadratmeter Standfläche zahlen, fangen die Kleineren ein Stück weit auf – wenn Sie so wollen, eine Art Solidarpakt.” Könnten nicht die großen Buchhandlungsketten von Ihrem Gewinn etwas an die kleinen privaten Buchhandlungen abgeben – so aus Solidarität?
Sowohl für die Servicegebühr als auch den Solidarpakt könnte sich der der Börsenverein eigentlich mal stark machen!